Nakatani-Methode

Dr. Yoshio Nakatani

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Die Nakatani-Methode (System Ryo-Do-Raku) verdient den Pioniertitel unter allen modernen Elektropunktur- Diagnosemethoden.

Im Jahre 1950 hat Dr. Yoshio Nakatani während einer Messung des Hautwiderstandes von Patienten mit Nierenleiden festgestellt, dass im Körper eine Linie mit erhöhter elektrischer Leitfähigkeit existiert, die genau mit dem Nierenmeridian zusammenfällt. Entlang dieser Linie entdeckte er Punkte, die eine erhöhte elektrische Leitfähigkeit besaßen. Diese Punkte sind mit den klassischen Punkten identisch, die in der traditionellen chinesischen Medizin beschrieben werden. Diese Linie wurde Ryo-Do-Raku genannt (aus dem Chinesischen übersetzt: Ryo – gut; Do – elektrische Leitfähigkeit; Raku – Linie).Vergleichbare Linien und Punkte wurden auch bei anderen Organen des funktionalen Systems festgestellt.
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Man kann die Nakatani- Methode dementsprechend auch das System des Ryo-Do-Raku nennen.Im Anfangsstadium seiner Untersuchungen maß Nakatani die Stromstärke als Charakteristik für die Leitfähigkeit eines jeden Meridianpunktes und sicherte die Ergebnisse. Als er genug Daten in einer Statistik festgehalten hatte, kam er zum Ergebnis, dass auf jeder Ryo-Do-Raku Linie (auf jedem Meridian), ein Punkt existiert, welcher der mittleren Leitfähigkeit aller Meridianpunkte entspricht. Solche mittleren arithmetischen Punkte der Stromleitfähigkeit wurden von ihm in Folge als Diagnosepunkte vorgeschlagen.
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Um das Verständnis zu erleichtern, benannte Nakatani die Punkte eines Meridians mit dem ersten Buchstaben der entsprechenden Körperregionen in englischer Sprache: „H“ für hand, „F“ für foot, usw. Die Meridianpunkte werden nach der Reihe benannt: Н1, Н2, Н3… Analog wurden die anderen Meridiane aufgezeichnet und benannt. Der Gefäßmeridian H3 und der Meridian der Lymphe H5 – auch der „Meridian der drei Wärmebereiche“ genannt, sind in ihrer Funktionsweise den Ärzten europäischer Schulen aber nur schwer verständlich.

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Für die Messungen wurde ein sehr einfacher Schaltkreis verwendet, bestehend aus einer 12V-Batterie, einem Lastwiderstand und einem Mikroamperemeter, mit der Empfindlichkeit von 200 мкА. Viel umständlicher zu handhaben war die Steuerungsschaltung, welche die Zeit der Messung an jeden Meridianpunkt auf wenige Sekunden beschränkte. Der Messschaltkreis wurde an beiden Enden mit je einer aktiven und einer passiven Elektrode abgeschlossen.
In letzter Zeit diente ein metallischer Zylinder als passive Elektrode für die Nakatani – Methode. Er wurde mit einem feuchten Tuch umwickelt, welches der Patient in die Hand nahm. Als aktive Elektrode diente ein Zylinder mit dem Durchmesser von 10 mm, welcher mit Baumwolle gefüllt und mit Feuchtigkeit getränkt wurde.Die Zahlen, welche das Messgerät bei der Messung der 24 Diagnosepunkte anzeigte, wurden in die sogenannte Ryo-Do-Raku-Tabelle eingetragen. Diese Tabelle ist ungleichmäßig für jeden Meridian und nicht linear. Auf der Tabelle wurden drei horizontale Linien gezogen. Die Koordinate der mittleren Linie wurde mit dem mittleren arithmetischen Messwert gleichgesetzt. Dieser wird ermittelt indem man die Anzeigenzahlen des Messgerätes zusammenzählt und durch die Anzahl der gemessenen Punkte dividiert, also durch 24. Die erhaltene Koordinate bestimmt den Standpunkt der mittleren Linie des physiologischen Normkorridors. Ausgehend von dieser Linie wurden nach oben und unten, jeweils im Abstand von 7 mm, die obere und untere Grenze des Normkorridors eingezeichnet. Die nichtlineare Tabelle beinhaltet einerseits eine umfassende Statistik an Messdaten, die bei der Diagnose von körperlich gesunden Menschen gesammelt wurden, andererseits ist sie ein Versuch, die Breite des Normkorridors zu stabilisieren.

Alle Messergebnisse, die sich innerhalb des physiologischen Normkorridors befinden, werden einem gesunden körperlichen Zustand zugeschrieben. Koordinaten, welche über dem Normkorridor liegen, werden entweder als Pathologie, Entzündungsprozesse oder Überschuss an Energie der betroffenen Meridiane gedeutet. Koordinaten, welche unterhalb des Normkorridors liegen, zeigen eine Pathologie, degenerative Prozesse, bzw. energetische Unterversorgung der betroffenen Meridiane an. Nakatani stellte auch einige Punkte vor, auf die während der Therapie eingewirkt werden sollte, die an dieser Stelle jedoch nicht ausführlicher behandelt werden.

Die Analyse der Messergebnisse ermöglicht eine frühzeitige Diagnose mithilfe der Hyodos-Tabelle von Symptomen, welche 1975 in Osaka veröffentlicht wurde.
Diese Tabelle ermöglicht die Bestimmung des Schweregrades einer Pathologie, sowie funktionale Störungen oder organische Dysfunktionen. Der grundsätzliche Erfolg der Nakatani- Methode liegt in der Einfachheit ihrer Anwendung, sowie ihrer Genauigkeit in der Bestimmung vorliegender Pathologien.

Eine Erweiterung erfuhr die Nakatani- Methode durch die Arbeit der russischen Ärztin Dr. Olga Kuzmenko